10 Fakten zum Wald in Österreich

Wald in Österreich Relief © proHolz Austria

Der österreichische Wald: 3,4 Milliarden Bäume, 65 Baumarten, 48 Prozent der Staatsfläche.

Seit den 1970er Jahren wird traditionell am 21. März der internationale Tag des Waldes begangen. Anlass für uns, 10 Fakten zum Wald in Österreich aufzuzeigen.

1. Die Hälfte Österreichs ist Wald

47,6 Prozent der Fläche Österreichs sind Wald. Die Waldfläche von 4 Millionen Hektar entspricht der Größe der Schweiz.

2. Jede Sekunde wächst im Wald 1 Kubikmeter Holz nach

1.135 Millionen Kubikmeter Holz stehen in Österreichs Wäldern. Gemessen am Holzvorrat pro Fläche liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld. Jedes Jahr wachsen 30,4 Millionen Kubikmeter Holz nach. Das entspricht 1 Kubikmeter Holz pro Sekunde oder rund 2.160 Einfamilienhäusern aus Holz pro Tag.

3. Waldfläche und Holzvorrat nehmen zu

Die Waldfläche wächst um 4.000 Hektar jährlich, das entspricht rund 5.500 Fußballfeldern. In den letzten 50 Jahren hat der Wald um mehr als die Fläche Vorarlbergs zugenommen. Auch der Holzvorrat steigt. Von den 30,4 Millionen Kubikmeter Holzzuwachs pro Jahr werden derzeit nur 25,9 Millionen genutzt. Die restlichen rund 4 Millionen Kubikmeter Holz verbleiben im Wald und vergrößern stetig den Holzvorrat.

4. Österreichs Wälder sind zum größten Teil Privateigentum

Der Wald gehört in Österreich zu 82 Prozent privaten Eigentümern. Nur in Portugal ist der Anteil von Wald in Privatbesitz noch höher. Die Hälfte des privaten Waldes ist Kleinwald mit Flächen von weniger als 200 Hektar. 18 Prozent von Österreichs Wald sind öffentliche Wälder. Davon gehören 15 Prozent der Republik Österreich bzw. den Österreichischen Bundesforsten, 3 Prozent sind Wald von Ländern oder Gemeinden.

5. Österreichs Wälder sind Kulturwälder

Österreichs Wälder sind das Produkt jahrhundertelanger Pflege und Nutzung durch den Menschen. Unberührte Urwälder beschränken sich auf kleinste Flächen. 82 Prozent der Wälder sind Ertragswald, 13 Prozent sind Schutzwald ohne Ertrag. Trotz der hohen Einflussnahme durch den Menschen können rund zwei Drittel der gesamten Waldfläche als natürlich, naturnah und kaum verändert eingestuft werden (laut der von der Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Studie "Hemerobie österreichischer Waldökosysteme"). 

6. Ein strenges Forstgesetz bestimmt die Waldbewirtschaftung

Seit 160 Jahren gibt eines der strengsten Forstgesetze weltweit allen Waldbesitzern die nachhaltige Bewirtschaftung verpflichtend vor. Es darf nicht mehr geerntet werden als nachwächst. Bei der Pflege und Nutzung der Wälder muss gesichert sein, dass biologische Vielfalt, Produktivität und Regenerationsvermögen jetzt und in Zukunft erhalten bleiben. Als einziger EU-Staat verpflichtet Österreich seine Waldbesitzer ab einer Fläche von 1.000 Hektar Wald staatlich geprüfte, hauptberuflich tätige Forstleute einzusetzen.

7. In Österreich leben 300.000 Menschen vom Wald

Waldbewirtschaftung macht den nachwachsenden Rohstoff Holz verfügbar. Holz ist die Grundlage einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige Österreichs. 300.000 Menschen beziehen ein Einkommen aus der Forst- und Holzwirtschaft. Damit zählt die Holzbranche zu den größten Arbeitgebern in Österreich. Zum Vergleich: Im Gesundheitswesen arbeiten 248.000 Menschen, im Baugewerbe 246.000 Menschen, im Gastgewerbe 203.000 Menschen.

8. In Österreichs Wäldern wachsen 65 Baumarten

80 Prozent der Baumarten sind Nadelbäume, 20 Prozent Laubbäume. Die Fichte ist mit einem Anteil von 61 Prozent die mit Abstand häufigste Baumart in Österreich. Zweithäufigster Baum ist mit 10 Prozent die Buche. Der Anteil der Fichte nimmt zugunsten stabiler Mischwälder ab (in den letzten 30 Jahren flächenmäßig um 5 Prozent), Laubbäume nehmen zu.

9. Der Wald ist Klimaschutzfaktor Nr. 1

In Österreichs Wald sind 800 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das entspricht rund 3 Milliarden Tonnen gebundenem CO2 oder der 35-fachen Menge CO2, die jährlich in Österreich ausgestoßen wird. Holz aus dem Wald zu ernten und als Baustoff zu nutzen, steigert den Klimaschutz-Effekt des Waldes. Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet eine Tonne CO2 langfristig. Gleichzeitig wachsen anstelle der gefällten Bäume im Wald neue Bäume, die wieder aktiv CO2 entziehen.

10. Der Wald liefert Holz für einen zweiten Wald aus Häusern

Weniger als ein Drittel des jährlichen Holzzuwachses in Österreichs Wäldern würde bereits genügen, um das gesamte Hochbauvolumens eines Jahres in Holz zu errichten. Durch Bauen mit Holz entsteht in unseren Städten und Dörfern ein zweiter Wald aus Häusern, der ebenfalls CO2 bindet.

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