Fassaden aus Holz: Die wichtigsten Grundlagen

Einfamilienhaus mit natürlich vergrauter Holzfassade © HÄUSER Adolf Bereuter

Fassaden verleihen einem Gebäude sein charakteristisches Erscheinungsbild

Fassaden aus Holz sind ökologisch, vielseitig und dauerhaft. Hier ein Überblick, welche Möglichkeiten sich bei Konstruktion und Gestaltung bieten und was zu beachten ist.

Fassaden bilden die schützende Hülle um das Haus. Wer sich für eine Fassade aus Holz entscheidet, entscheidet sich für ein natürliches, klimaschonendes Material, das sich durch Wahl der Holzart, Art der Montage und Oberflächenbehandlung ganz individuell gestalten lässt. Die Praxis zeigt, dass Holzfassaden bei werkstoffgerechtem Einsatz oft eine längere Lebensdauer als Sichtbeton- oder Putzfassaden erreichen. Die Vorfertigung in der Produktionshalle bewirkt hohe Passgenauigkeit, erleichtert die Montage und verkürzt die Bauzeit.

Welche Holzarten eignen sich?

Grundsätzlich sind alle heimischen Nadelholzarten wie Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche und Douglasie sowie die sehr dauerhaften Laubholzarten Eiche, Robinie oder Kastanie als Holzfassade geeignet.

Die Fichte ist aufgrund der sehr guten Verfügbarkeit und ihrer hohen Festigkeit das wirtschaftlichste Bau- und Konstruktionsholz. Fichtenholz lässt sich problemlos bearbeiten und gut oberflächenbehandeln. Tanne besitzt ähnliche Eigenschaften, weist jedoch keine Harzgallen auf.

Das Kernholz von Lärche, Kiefer, Douglasie und Eiche ist dauerhafter als jenes von Fichte und Tanne. Diese Holzarten werden häufig im Fassadenbereich ohne Oberflächenbehandlung eingesetzt.

Behandelte oder unbehandelte Oberflächen?

Holz kann an der Fassade mit oder ohne Oberflächenschutz zum Einsatz kommen. Wird kein Schutzanstrich verwendet, entsteht durch Witterungseinflüsse mit der Zeit eine natürliche Vergrauung. Das gilt ohne Ausnahme für alle Holzarten. Die graue Patina stellt keine Qualitätsminderung dar und hat keinen negativen Einfluss auf die Haltbarkeit. Sie ist lediglich Ausdruck des natürlichen Alterungsprozesses.

Lasuren erhalten die natürliche Maserung des Holzes und bieten einen Schutz gegen Vergrauung. Sie werden in verschiedensten Farbtönen angeboten. Dunkle Farbtöne sind in der Regel dauerhafter als helle. Abhängig von der Bewitterung sollte bei Dünnschichtlasuren alle 1 bis 4 Jahre und bei Mittelschichtlasuren alle 2 bis 7 Jahre eine Nachbehandlung durchgeführt werden. Dickschichtlasuren werden für Fassaden nicht empfohlen.

Vergrauungslasuren imitieren das Erscheinungsbild von natürlich abgewittertem, unbehandeltem Holz. Sie tragen dazu bei, ein harmonischeres Gesamtbild zu erzeugen. Insbesondere nicht bewitterte Teilbereiche unter Vordächern, Gebäudevorsprüngen und Fensterbänken erhalten auf diesem Weg eine graue Farbe und ähneln damit den bewitterten, natürlich vergrauten Fassadenflächen.

Lacke überdecken die natürliche Maserung des Holzes. Je nach Bewitterung ist eine Erneuerung nur alle 8 bis 15 Jahre erforderlich.

Die Druckimprägnierung mit chemischen Holzschutzmitteln ist für normal beanspruchte Fassaden nicht erforderlich und aus ökologischen Gründen nicht empfehlenswert.

Welche Holzwerkstoffe können eingesetzt werden?

Die häufigste Verkleidungsart sind sägeraue und gehobelte Bretter bzw. Profilbretter. Wegen der Gefahr der Verwerfung wird eine maximale Breite von 12 cm empfohlen. Die Dicke liegt zwischen 19 und 24 mm. Übliche Brettlängen sind 4 m, 4,5 m und 5 m. Aus Sicht des konstruktiven Holzschutzes ist die senkrechte Anordnung von Fassadenbrettern günstiger als die waagrechte.

Im zeitgemäßen Holzbau werden häufig auch Lamellenverkleidungen als äußerste Wandschicht eingesetzt. Sie bestehen aus waagrecht liegenden oder schräg montierten Brettern, Platten oder Leisten, die zum Teil auch aus mehrschichtig verleimten Querschnitten zusammengesetzt werden. Die Gliederung ist funktionsbedingt überwiegend horizontal. Als Unterkonstruktion kommen sowohl Holz und Aluminium als auch verzinkter Stahl in Betracht. Die Verkleidung mit Lamellen ist nämlich keine Fassade im herkömmlichen Sinn, da die Lamellen keine wasserdichte Schicht darstellen. Die tragende Wand hinter den Lamellen ist mitbewittert und muss daher wetterfest ausgeführt werden.

Plattenverkleidungen aus Holz ermöglichen eine einfache und arbeitszeitsparende flächige Fassadengestaltung. Großformate bis zu 5 m Seitenlänge erlauben eine stoßfreie Ausführung auch über mehrere Geschosse. Aufgrund der Formstabilität und der guten technischen Eigenschaften werden hautsächlich mehrschichtig verleimte Massivholzplatten oder Sperrholzplatten eingesetzt. Die Platten können sichtbar auf Kantholzunterkonstruktionen oder unsichtbar mittels fertiger Systemlösungen befestigt werden.

Schindeln werden aus Vollholz gespalten oder gesägt. Gespaltene Schindeln sind witterungsresistenter als gesägte Schindeln. Hergestellt werden die Schindeln in Längen von 12 bis 80 cm und sie fallen in unregelmäßigen Breiten zwischen 5 und 35 cm an.

Thermoholz wird in einem speziellen Wärmeverfahren behandelt. Die Oberflächenfarbe verändert sich, Thermoholz weist eine geringere Wasseraufnahmefähigkeit und eine größere Stabilität gegenüber Verformungen auf.

Was ist konstruktiv zu beachten?

Holz besitzt eine widerstandsfähige Oberfläche. Nur eine dauerhafte Durchfeuchtung führt zu Schädigung und Verringerung der Lebensdauer. Bauliche Maßnahmen sorgen für eine einwandfreie Wasserableitung an der Fassade und verhindern das Eindringen von Wasser. Alle Arten von Anschlüssen müssen so ausgeführt werden, dass ein nachträgliches Austrocknen des Holzes möglich ist. Zum Schutz der Holzfassade vor Spritzwasser ist auf einen ausreichenden Abstand der Holzverkleidungen von Erdboden, Mauerwerk und Beton bzw. von Fenstersimsen zu achten. Der Abstand des Geländes zur Unterkante der Holzfassade sollte mindestens 30 cm betragen. Vorspringende Bauteile oder Vordächer können Teilbereiche der Fassade vor direkter Bewitterung schützen.

Die Ausbildung der Unterkonstruktion ist abhängig von der Verlegerichtung, den Verkleidungselementen und der Zusatzdämmung. In der Regel besteht die Unterkonstruktion aus Holzlatten mit den Abmessungen 42 x 48 mm oder 30 x 50 mm.

Eine Hinterlüftung zwischen tragender Wand und Außenverkleidung hilft, eventuell entstehendes Kondensat oder von außen eingedrungene Feuchtigkeit schneller abzutrocknen. Eine zuverlässige Hinterlüftung benötigt einen durchgehenden Hohlraum von mindestens 20 mm. Am unteren und oberen Ende sind entsprechende Hinterlüftungsöffnungen erforderlich.

Für die Befestigung der Fassadenverkleidung sind rostfreie Legierungen empfehlenswert. Damit kann unerwünschten Verfärbungen vorgebeugt werden. Unverzinkte Nägel sind gar nicht zu verwenden, verzinkte Nägel nur bei verdeckten Befestigungen. Eine Verletzung der Zinkschicht ist nämlich fast unvermeidbar und führt zur Verfärbung des Holzes durch Korrosion oder Reaktionen mit den Holzinhaltsstoffen.

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