Fichte, Tanne, Buche & Co.

Holzarten © proHolz Austria

Jede Holzart hat ihre eigenen Eigenschaften

48 Prozent Waldfläche und 65 verschiedene Baumarten - Österreichs Wälder liefern den universellen Werkstoff Holz. Verschiedene Holzarten bieten verschiedene Einsatzmöglichkeiten.


Holz ist nicht gleich Holz. Holzarten variieren in Farbe, Textur, Astgehalt und vielem mehr. Es gibt besonders weiche und besonders harte, besonders leichte und besonders schwere, besonders biegsame und besonders formstabile Hölzer. Je nach den besonderen Eigenschaften der verschiedenen Holzarten werden sie für Bauteile, Fassaden, Fußböden, Möbel, Musikinstrumente etc. eingesetzt. Mit den häufigsten Baumarten in Österreich lässt sich ein breites Verwendungsspektrum abdecken. 80 Prozent der Bäume in Österreich sind Nadelbäume, 20 Prozent Laubbäume. Fichte, Tanne, Lärche, Kiefer sind die häufigsten Nadelhölzer, Buche, Eiche, Esche, Ahorn die häufigsten Laubhölzer.

Fichte - das wichtigste Bau- und Konstruktionsholz

Die Fichte ist mit einem Anteil von 61 Prozent die mit Abstand häufigste Baumart in Österreich. Sie wurde verstärkt angepflanzt, nachdem im 18. Jahrhundert große Kahlflächen durch Übernutzung der Wälder entstanden waren. Mit der anspruchslosen und schnell wachsenden Fichte gelang eine rasche Wiederaufforstung. Zudem wurde mit der Fichte ein hervorragendes Bau- und Konstruktionsholz gewonnen. Fast das gesamte Bauholz ist heute Fichte. Fichtenholz ist leicht und weich. Es trocknet schnell und ist einfach zu bearbeiten. Im Vergleich zu anderen Hölzern nimmt es relativ wenig Feuchtigkeit auf, daher verformt es sich auch kaum. Fichtenholz kommt als Massivholz oder in Form verleimter Produkte (Brettschichtholz, Brettsperrholz) zum Einsatz. Dachkonstruktionen, tragende Wände und Decken, Verkleidungen, Treppen, Fenster, Türen und vieles mehr werden aus Fichte gefertigt. Zudem ist Fichtenholz der Hauptrohstoff zur Zellstofferzeugung.

Buche - aufstrebendes Laubholz

Die Buche ist mit einem Anteil von 10 Prozent der häufigste Laubbaum in Österreich. Zugunsten stabiler Mischwälder, die von der Forstwirtschaft heute angestrebt werden, nimmt der Anteil der Fichte ab und Laubbäume nehmen zu. Vor allem die Buche, die als ursprünglich typischer Waldbaum Mitteleuropas besonders gut an die heimischen Bedingungen angepasst ist, vermehrt sich. Buchenholz ist schwer und hart, besitzt eine hohe Zug- und Druckfestigkeit und ist dank gleichmäßiger Struktur gut zu fräsen und zu schnitzen. Gedämpftes Buchenholz lässt sich sehr gut biegen. Michael Thonet nutzte diese Eigenschaft und fuhr mit seinen Bugholzsesseln einen Welterfolg ein. Derzeit wird die Buche vor allem für Möbel und Parkettböden sowie als Energieholz verwendet. Was vermehrt im Wald wächst, soll in Zukunft aber auch als neues Bau- und Konstruktionsholz eingesetzt werden. In den letzten Jahren wurden moderne Holzwerkstoffe wie Buchen-Furnierschichtholz oder Buchen-Brettschichtholz industriell entwickelt und die ersten gebauten Projekte mit Buchenholz entstehen. Bauprodukte aus Buche erlauben aufgrund höherer Festigkeit schlankere Konstruktionen.

Kiefer, Lärche, Tanne

Kiefer, Lärche und Tanne sind neben der Fichte die häufigsten Nadelbäume in Österreich. Die Tanne ähnelt der Fichte, man setzt sie auch für die gleichen Verwendungszwecke ein. Die Kiefer wird mit vielen eingewachsenen Ästen gerne bei Inneneinrichtungen verwendet, um ein rustikales Ambiente zu schaffen. Ihr hoher Harzgehalt führt dazu, dass Böden kaum knarren – kein Wunder, dass Theaterbühnen meist aus Kiefer sind. Die Lärche dient seit Jahrhunderten an Häusern als „Wetterschutz“, auch heute sind Außenverkleidungen aus Lärche sehr beliebt. Zudem kommt die Lärche bei hoch beanspruchten Baukonstruktionsteilen, wie zum Beispiel bei Brücken, zum Einsatz.

Eiche, Esche, Ahorn

Eiche, Esche und Ahorn sind neben der Buche die häufigsten Laubbäume in Österreich. Die Eiche zählt zu den wertvollsten heimischen Nutzhölzern und wird vor allem für Möbel und Parkettböden eingesetzt. Die Esche ist ein besonders zähes und elastisches Holz, das sich gut biegen lässt. Es wird daher insbesondere für Bugholzmöbel, Sportgeräte (Barrenholme), Werkzeugstiele und dergleichen verwendet. Ahorn zählt zu den hellsten heimischen Holzarten und wird bevorzugt für Furniere, Möbel und Fußböden eingesetzt.

 

Weiterführende Links

Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten von 24 heimischen Holzarten

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