HoHo - in Wien entsteht das höchste Holzhaus der Welt

HoHo Holz Hochhaus Wien © RLP Rüdiger Lainer und Partner

Das HoHo entsteht in der Seestadt Aspern in Wien und wird das höchste Holzhaus der Welt.

24 Stockwerke aus Holz sind neuer Rekord. Holz wird immer öfter zum Baumaterial für Hochhäuser. Noch nie wurde so hoch mit Holz gebaut wie beim HoHo Wien.


So einfach wie das Bauen mit Kapla-Spielbausteinen sollte das System sein, das sich Architekt Rüdiger Lainer für das HoHo (Holz-Hochhaus) Wien ausgedacht hat. Es wird in Hybridbauweise mit Holz und Beton errichtet. Rund um einen aussteifenden Betonkern dockt eine Holzkonstruktion mit Holzstützen, Holz-Beton-Verbunddecken und Wänden aus Massivholz an. Immer gleiche Bauelemente werden auf einem Erdgeschoss aus Beton in die Höhe gestapelt. 24 Stockwerke hoch wird das im Stadtentwicklungsgebiet Seestadt Aspern angesiedelte HoHo. Ab Erdgeschoß wird es einen Holzbauanteil von 75 Prozent haben.

Österreich baut weltweit Hochhäuser aus Holz

Noch nie wurde ein höheres Haus mit Holz gebaut. Das macht das HoHo Wien zu einem international beachteten Leuchtturmprojekt und rückt Österreich als Holzbauland in den Fokus. Österreich erhält, wozu es andernorts seit Jahren entscheidend beiträgt. Seit 2008 sind in Kanada, Europa, Australien etliche Hochhäuser aus Holz entstanden. Rund 20 Holzbauten mit 8 oder mehr Stockwerken existieren bereits. Rund 10 weitere sind aktuell in Planung oder Bau. Für die meisten dieser Gebäude liefert Österreich Holzbauprodukte oder Knowhow. 

Massiv gebaut mit Brettsperrholz

Dass der Baustoff Holz in den letzten 10 Jahren bis in den Hochhausbau vorgedrungen ist, hängt mit der Erfindung und Einführung von Brettsperrholz als Baumaterial zusammen.
Brettsperrholz ist ein flächiges, massives Holzprodukt. Es besteht aus mindestens drei kreuzweise verlegten und flächig miteinander verklebten Holzbrettlagen. Brettsperrholz erlaubt den Einsatz von Holz in den tragenden Strukturen von Gebäuden. Der neue Hochleistungsbaustoff wurde in Österreich zum industriell gefertigten Produkt entwickelt. Österreich ist heute der weltweit größte Brettsperrholzproduzent und liefert das Baumaterial sowie auch das Bauwissen für zahlreiche in die Höhe wachsende Holzbauprojekte weltweit.

Schnell, sicher, klimaschonend

Der Einsatz weniger, einfacher Bauelemente, die wetterunabhängig vorgefertigt und dann auf der Baustelle in kurzer Zeit zusammengesetzt werden, bestimmt das Konzept des HoHo und etlicher anderer großdimensionierter Holzbauten. Es bringt optimal abgestimmte Bauabläufe, kurze Bauzeiten und hohe Präzision mit sich. Das HoHo Wien zeichnet sich durch noch etwas aus: Die Holzoberflächen sind unverkleidet und dadurch im Inneren sichtbar. Zukünftige Mieter und Nutzer der 19.500 m² Büro-, Hotel-, Restaurant- und Wellnessflächen können Holz spüren und erleben. Der Brandschutz ist mit überdimensionierten Holzstützen, die erhöhten Feuerwiderstand bieten, vergleichsweise kleinen Brandabschnitten und einer hocheffizienten Sprinkleranlage gewährleistet. Auch mit den Fakten zum Klimaschutz lässt es sich gut leben im HoHo. 2.800 Tonnen CO2 spart das Holz-Hochhaus im Vergleich zu einer Bauweise in Stahlbeton.

Daten & Fakten

HoHo Wien
Standort: Wien, Seestadt Aspern
Bauherr: cetus Baudevelopment GmbH
Architektur: RLP Rüdiger Lainer+Partner
Nutzung: gemischte Nutzung (Büros, Hotel, Wellness etc.)
Bruttogesamtfläche: 25.000 m²
Höhe: 84 Meter, 24 Stockwerke
Baustart: 2016
Fertigstellung: voraussichtlich 2018

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