Holz wächst & wächst & wächst

Holz wächst nach und ersetzt endliche Rohstoffe.

Holz nützen heißt Klima schützen.


Short Facts:
 

  • Österreich verbraucht zu 3 Viertel endliche Rohstoffe, vor allem Baurohstoffe wie Sand oder Kies.

  • Anders als endliche Rohstoffe entsteht Holz in der Zeit, in der wir es nutzen - z.B. verbaut in Häusern -, wieder neu.

  • Holz ersetzt endliche (Bau)Rohstoffe und erspart uns deren CO2-Ausstoß (= Substitution).

  • Die aus österreichischem Holz hergestellten Holzprodukte vermeiden allein durch die Substitution jährlich 8 Mio. Tonnen CO2.

  • Das entspricht 1 Zehntel der jährlichen Treibhausgasemissionen Österreichs oder dem jährlichen CO2-Ausstoß aller zugelassenen PKW in Österreich.   


Wir verbrauchen mehr Ressourcen als wir auf lange Sicht haben

So, wie wir heute leben, verbrauchen wir ständig und übermäßig Ressourcen der Erde. In Österreich liegt der Materialverbrauch pro Kopf und Jahr bei rund 22 Tonnen, im europäischen Durchschnitt bei 13 und weltweit bei 10 Tonnen.

Zu 3 Viertel verbrauchen wir in Österreich endliche Rohstoffe. Darunter fallen fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle, Metalle sowie nicht-metallische Mineralstoffe, das sind vor allem Sand, Kies und Schotter. Endliche Rohstoffe werden als solche bezeichnet, weil wir sie weit schneller verbrauchen, als sie entstehen. Dadurch gehen diese Rohstoffe irgendwann zu Ende.

Holz ist ein Rohstoff, der sich laufend im Wald erneuert

1 Viertel des österreichischen Ressourcenverbrauchs entfällt auf nicht-endliche bzw. nachwachsende Rohstoffe. Sie zeichnen sich im Gegensatz zu endlichen Rohstoffen dadurch aus, dass sie in ähnlichen Zeiträumen, wie wir sie nutzen, wieder neu entstehen. Holz macht 40 Prozent dieser nachwachsenden Rohstoffe aus. Es wächst bei nachhaltiger Bewirtschaftung der Wälder dort laufend neu nach - in Österreich in einer Menge von jährlich 30 Mio. Kubikmetern, wovon nur rund 26 Mio. Kubikmeter geerntet werden.

Im Baubereich werden die meisten Ressourcen verbraucht

Die meisten Ressourcen brauchen wir für die Errichtung von Häusern, Straßen und Infrastruktur. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) aller in Österreich genutzten Rohstoffe sind nicht-metallische Mineralstoffe (Sand, Kies etc.), diese werden vorwiegend für Bauzwecke eingesetzt.

Quelle: Ressourcennutzung in Österreich, Bericht 2015. Hrsg. von Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft & Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung & Wirtschaft. Wien 2015  

Endliche Baurohstoffe setzen CO2 in großen Mengen frei

Endliche Rohstoffe haben nicht nur das Problem, dass sie irgendwann ausgehen. Auch der Großteil der CO2- bzw. Treibhausgasemissionen, die zum Klimawandel führen, gehen auf ihr Konto. Fossile Rohstoffe werden zur Energiegewinnung verbrannt und stoßen dabei CO2 aus. Mineralische Baurohstoffe werden unter hohem Energieaufwand weiterverarbeitet und tragen dadurch sowie zu einem großen Teil auch durch chemische Reaktionen (z.B. bei der Umwandlung von Kalkstein zu Zement) zu beträchtlichen CO2-Ausstößen bei.

Holz bindet CO2

Holz ist sowohl als nachwachsender als auch als CO2-bindender Rohstoff eine nachhaltige Alternative zu endlichen Rohstoffen. Holz entsteht im Wald und braucht dazu nur Erde, Wasser, Licht und Luft. Im Prozess seiner Entstehung wird der Umgebungsluft durch den Baum CO2 entzogen. Dieses CO2 bleibt im Holz gebunden (weil der Kohlenstoff daraus im Holz gespeichert wird), solange das Holz nicht verrottet oder verbrannt wird. Wenn es am Ende verrottet oder zur Energiegewinnung genutzt wird, wird nur jene Menge CO2 frei, die der Atmosphäre zuerst entzogen wurde. Daher bezeichnet man Holz auch als CO2-neutral.

Auch die Ernte und Weiterverarbeitung von Holz zu Holzprodukten erfordert vergleichsweise wenig Energieeinsatz. Die Transportwege sind kurz, denn Holz wird von den Sägewerken und verarbeitenden Unternehmen in Österreich meist aus einem Umkreis von höchstens 300 Kilometern bezogen. Reste, die bei der Holzverarbeitung anfallen, werden energetisch genutzt. Damit wird in vielen Fällen die bei der Herstellung von Holzprodukten benötigte Energie gleich CO2-neutral gedeckt.  

In Summe haben Holzprodukte eine positive CO2-Bilanz (sie binden weit mehr CO2 als sie verursachen), während Produkte auf Basis endlicher Rohstoffe CO2 freisetzen.

Holz möglichst lange zu nutzen, spart Ressourcen

Je länger aus dem Wald geerntetes Holz in Verwendung bleibt, desto eher wird es seiner Bezeichnung als nicht-endlicher, nachwachsender oder erneuerbarer Rohstoff gerecht. Wird Holz als Baumaterial für ein Haus eingesetzt, wächst es in der Zeit seiner Nutzung im Wald wieder nach. Auch für die Klimaentlastung spielt die Dauer der Holzverwendung eine Rolle. Solange das Holz stofflich - also als Bauprodukt, Fenster, Tür, Boden, Möbel, Palette, Kiste etc. - genutzt wird, bleibt der Atmosphäre das gebundene CO2 erspart. Gleichzeitig entziehen ihr im Wald nachwachsende Bäume wieder aktiv CO2. Produkte und Güter möglichst lange in Verwendung zu halten und gegebenenfalls auch wiederzuverwerten, hilft generell den Ressourcenverbrauch auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.  

Holz vermeidet das CO2 aus anderen Rohstoffen und Materialien

Den größten Beitrag zum Klimaschutz leistet Holz, indem es endliche Rohstoffe sowie die daraus erzeugten Materialien ersetzt. Kommt Holz anstelle anderer Materialien zum Einsatz - man nennt das Substitution -, fällt der CO2-Ausstoß aus deren Herstellung und Verbrauch gar nicht erst an.

Die aktuell pro Jahr mit Holz aus österreichischen Wäldern in Österreich hergestellten Holzprodukte (= stofflich genutztes Holz) vermeiden nur durch den Substitutionseffekt 8 Mio. Tonnen CO2.(1) Das entspricht 1 Zehntel der gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen Österreichs oder in etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß aller zugelassenen PKW in Österreich.

Mehr Holzverwendung ist eine wesentliche Säule in einem neuen Gesellschafts- und Wirtschaftssystem (Bioökonomie), das auf nachwachsenden statt endlichen Rohstoffen basiert und damit eine zukunftsfähige Vision für uns alle darstellt.    

(1)Quelle: CAREFORPARIS. Adaptation for CARbon Efficient FORests and the entire value chain. Evaluating pathways supporting the PARIS agreement. BOKU Wien, Bundesforschungszentrum für Wald, Wood K plus, Umweltbundesamt. Wien 2020

RohstoffeSubstitutionKlimaschutzCO2