Holzfenster: Natürlich durchblicken

Holzfenster Haus Fontanella © Albrecht Schnabel

Haus Fontanella, Vorarlberg, 2013

Fenster aus Holz überzeugen im Bauwesen seit Jahrhunderten. Sie sind formstabil, langlebig und lassen unzählige Gestaltungsmöglichkeiten zu. Dieser Beitrag liefert Wissenswertes zu Holzfenstern und zeigt ihre Vorteile auf.

Holz ist das älteste Fenstermaterial in der Geschichte des Bauens. Heute werden neben Holz- und Holz-Alu-Fenstern vor allem Kunststoff- und Aluminiumfenster verbaut. Holz ist aber immer noch der Innovationstreiber. Jede technische Neuentwicklung wird zuerst an Fenstern aus Holz erprobt. Denn Holz lässt sich leicht bearbeiten. So lässt sich unkompliziert und zuverlässig überprüfen, was praxistauglich ist.

Mehr als nur Licht - Vorteile von Holzfenstern

Fenster lassen Licht und Luft in die Bauwerke, gleichzeitig schützen sie vor Wind, Regen, Hitze, Kälte und Lärm. Holzfenster bieten eine Fülle an Vorteilen:

  • Holzfenster lassen besonders viele Gestaltungsmöglichkeiten zu: Neben verschiedenen Holzarten stehen verschiedene Beschichtungen, Lacke und Lasuren zur Auswahl. Während bei Kunststoff und Aluminium die Profile fix vorgegeben sind, werden diese bei Holzfenstern individuell aus einem Fensterkantel - einem meist aus mehreren Lamellen verleimten Ausgangsprodukt - gefräst.
  • Holzfenster fühlen sich gut an: Die Natürlichkeit der Oberfläche bietet eine besondere Haptik.
  • Holzfenster sind ein Beitrag zu Nachhaltigkeit und regionaler Wertschöpfung: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Im Fensterbau wird zum überwiegenden Teil heimisches Fichten- und Tannenholz verarbeitet und das von heimischen Unternehmen. Damit bleiben Transportwege kurz, die regionale Wirtschaft wird gestärkt und das über viele Generationen weitergegebene Knowhow wird erhalten und weiterentwickelt.
  • Holzfenster sind besonders langlebig: Die Nutzungsdauer von Fenstern liegt bei allen Materialien bei ca. 25 bis 30 Jahren. Die Lebensdauer von Holzfenstern kann aber auf 80 bis 100 Jahre verlängert werden, wenn diese regelmäßig gewartet sowie Isoliergläser und Beschläge ausgetauscht werden. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Energie und Ressourcen.
  • Holzfenster sind formstabil: Holz hat die geringste Größenausdehnung aller Fenstermaterialien und benötigt die geringste Berücksichtigung von temperaturbedingten Dimensionsänderungen.
  • Holzfenster brennen langsamer: Sie schmelzen nicht, bleiben länger stabil als Fenster aus anderen Materialien und emittieren keine hochgiftigen Dioxine. Der Fluchtweg bleibt länger erhalten.
  • Holzfenster lassen sich leicht reinigen: Holzfenster laden sich nicht elektrostatisch auf und ziehen keine kleinen Schmutzpartikel an.
     

Holz- und Holz-Alu-Fenster

Grundsätzlich stehen reine Holzfenster oder Holz-Alu-Fenster zur Auswahl. Reine Holzfenster sind beschichtet und haben zum Schutz vor Regen, Hagel und anderen Witterungseinflüssen an der äußeren Unterseite des Stocks eine Regenschutzschiene mit Wetterschenkel und am unteren Teil des Flügels ein kleines Flügelabdeckprofil aus Aluminium.

Holz-Alu-Fenster verfügen an der gesamten Fensteraußenseite über Abdeckprofile aus Aluminium. Diese gewährleisten den Schutz vor direkter Bewitterung des Holzes und werden aus gestalterischen Gründen eingesetzt.

Fensterbeschichtungen

Unbehandelte Holzfenster sind nicht zulässig (gemäß ÖNORM B 3803). Holzfenster und Holz-Alu-Fenster müssen durch eine Beschichtung geschützt werden. Die Beschichtung dient als Witterungs- und Feuchteschutz, das Quellen und Schwinden des Holzes wird wesentlich reduziert und die Rissbildung an den Oberflächen verhindert. Neue Fenster werden in der Regel bereits durch den Hersteller mit industriellen Verfahren in sehr guter Qualität beschichtet.

Es gibt 3 zulässige Beschichtungsarten:

  • Deckende Lacke: Sie bilden einheitlich gefärbte Oberflächen, durch die die Holzstruktur nicht durchscheint. Sie bieten einen besonders guten UV-Schutz, ergeben daher einen sehr dauerhaften Anstrich und sind in vielen Farbtönen erhältlich.
  • Lasuren: Lasuren sind halbtransparente Anstrichfilme, durch die die Holzstruktur erkennbar bleibt. Sie bieten nur zusammen mit lichtstabilen, transparenten Eisenoxid-Pigmenten einen ausreichenden UV-Schutz, daher beschränkt sich die anwendbare Farbtonpalette auf Gelb-, Rot- und Brauntöne. Dunkle Brauntöne sind dauerhafter als helle.
  • Transparente/farblose Beschichtungen: Sie bewirken, dass der natürliche Farbton des Holzes erhalten bleibt. Sie sind aber nur für geschützte Holzfensterkonstruktionen geeignet.

Öle entsprechen in der Regel nicht den Anforderungen der gültigen Normen.

Wartung und Renovierung

Holzfenster sollten 1x jährlich auf Beschichtungsschäden wie Risse, Abblätterungen und Verfärbungen kontrolliert werden. Bei beginnenden Schäden ist ein Wartungsanstrich mit vorhergehendem Anschleifen und Säubern nötig. Bei Holz-Alu-Fenstern kann auf eine Wartung an der Außenseite verzichtet werden.

Im Gegensatz zur Wartung wird bei einer anstrichtechnischen Renovierung von Holzfenstern die gesamte Altbeschichtung ab- und ein neues Beschichtungssystem aufgetragen. Holzfenster können mehrmals renoviert werden und erreichen dadurch eine hohe Lebensdauer.
 

Fenstertypen

Einfachfenster

Einfachfenster bestehen aus einem einfachen Stockrahmen und einer Einfachverglasung. Sie sind nur noch für Gebäudeteile zugelassen, die keine Auflage der Wärmeschutzverordnung erfüllen müssen, wie Keller oder Garagen.

Isolierglasfenster

Das Einfachfenster mit Isolierverglasung, kurz IV genannt, wird heute oft als Isolierglasfenster bezeichnet. Es hat sich als Standardfenster durchgesetzt, weil es einfach zu bedienen und zu reinigen ist. Isolierglasfenster werden heute überwiegend mit Dreischeibenisolierverglasung verbaut, wodurch hohe Wärmeschutzanforderungen erfüllt werden.

Kastenfenster

Kastenfenster sind Doppelfenster mit voneinander unabhängig bedienbaren Flügeln, die an einem beide Ebenen verbindenden "Kasten" angeschlagen sind. Kastenfenster spielen im historischen bzw. denkmalgeschützten Objekt eine große Rolle, werden aber auch in zeitgenössischen Bauwerken eingesetzt und verfügen zumindest auf der raumzugewandten Ebene über Isolierscheibenverglasung. Bei modernen Kastenfenstern handelt es sich um besonders hoch entwickelte Fenster, die durch die dämmenden Eigenschaften der Luftschicht zwischen den beiden Flügelebenen insbesondere in Hinblick auf den Schallschutz exzellente Werte liefern.

Verbundfenster

Als Verbundfenster werden Fenster bezeichnet, deren beide Flügelebenen in geringem Abstand miteinander verbunden sind und die über einen gemeinsamen Drehpunkt bewegt und bedient werden. Zum Putzen kann der innere Flügel vom äußeren getrennt geöffnet werden. Moderne Verbundfenster sind auf der inneren Ebene immer mit Isolierglas versehen, der Sonnenschutz kann in den Zwischenraum integriert werden, wodurch Windschäden und starke Verschmutzung vermieden werden.
  

Fensterprofile

In den letzten 10 Jahren erfolgte eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Fensterprofile: Waren früher nur innen und außen flächenbündig versetzt ineinandergreifende Profile erhältlich, so ist jetzt der Einbau von flächenbündig abschließenden Fenstern mit vollverdeckt liegenden Beschlägen möglich. Zusätzlich können die Profile mit Dämmung ausgestattet werden.

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