Vom Sommerhaus zum Kampagnen-Shootingstar

Sommerhaus Südburgenland Holzbaupreis Burgenland 2012 © 24gramm Architektur Martin Weiß

Dieses Holzhaus ist auf jedem dritten Sujet der Kampagne "Holz ist genial" zu sehen.

Ein schlichtes Holzhaus mit klarer Form gibt den Hauptdarsteller auf Plakaten und Inseraten der Holz ist genial-Kampagne von proHolz Austria. In echt steht es als Sommerhaus im Südburgenland.

Über 1.100 Großbogenplakate in ganz Österreich, zusätzlich Printinserate und Online-Banner machen auf die positiven Effekte von Waldbewirtschaftung und Holzverwendung aufmerksam. Unsere Holz ist genial-Kampagne zeigt auf jedem dritten Sujet ein Holzhaus. Dieses Haus steht symbolisch für eines der 2.160 Holzhäuser, die theoretisch jeden Tag in Österreichs Wäldern nachwachsen. Jede Sekunde kommt ein Kubikmeter Holz hinzu. In 40 Sekunden ergibt das ein Einfamilienhaus aus durchschnittlich 40 Kubikmeter Holz. Unser plakatiertes Haus ist ein Sommerhaus, es kommt mit rund 30 Kubikmeter verbautem Holz aus und ist daher genau genommen noch schneller im Wald nachgewachsen - nämlich in 30 Sekunden.

Holzhaus reist von Vorarlberg bis ins Burgenland

Ein schnörkelloses, sofort als Haus aus Holz erkennbares Objekt wollten wir haben, fündig geworden sind wir mit einem doppelten Holzbaupreisträger. Unser 2011 als Sommerresidenz im Südburgenland errichtetes Kampagnen-Haus wurde 2012 mit dem Holzbaupreis Burgenland und 2013 mit dem Holzbaupreis Vorarlberg - dieses Mal in der Kategorie "Außer Landes" - ausgezeichnet. Schon damals ist es quer durch Österreich gereist. Bauherren und Architektin stammen aus Vorarlberg, alle Holzelemente wurden in Vorarlberg vorgefertigt, ans andere Ende Österreichs transportiert und dort innerhalb von 10 Tagen montiert.

Ein neues Kellerstöckl aus Holz und Stahlbeton

Die ursprüngliche Idee der Bauherren, ein altes Kellerstöckl - das sind Gebäude mitten in den Weinbergen, die früher während der Weinernte als Schlafplatz dienten und in deren Kellern die Reben verarbeitet wurden - zu kaufen, wurde zugunsten eines Neubaus verworfen. Die Architektin Judith Benzer lehnte ihren Entwurf an einem traditionellen Kellerstöckl an. Über einem Keller mit Flächen für Weinproduktion und -lagerung liegt ein einziger fließender Wohnraum. Eine Wandscheibe trennt den Schlafraum ab, eine einläufige Treppe führt auf eine Galerie. Der Keller ist in Stahlbeton ausgeführt und durch eine geschlossene Decke vom Rest getrennt, dadurch kann das Klima dort konstant gehalten werden. Erd- und Obergeschoss wurden als reiner Holzbau errichtet. Die Brettsperrholzelemente aus Fichte wurden im Inneren sichtbar belassen und wirken dort auch als gestaltendes Element.

Wie aus einem Stück Holz geschnitzt

Von außen wirkt das Haus mit der durchgehenden Lärchenholzfassade wie aus einem Stück Holz geschnitzt. Im Winter, wenn das Haus nicht bewohnt ist, können alle Läden geschlossen werden. Sie schließen fassadenbündig und es entsteht eine homogene Hülle. Im Sommer sorgen die Klapp- und Faltläden für die Verschattung.

Sommerhaus Südburgenland
Holzbaupreis Burgenland 2012, Preisträger in der Kategorie Ein- und Mehrfamilienhäuser
Holzbaupreis Vorarlberg 2013, Preisträger in der Kategorie Außer Landes
Standort: Deutsch Tschantschendorf
Bauherr: privat
Architektur: Judith Benzer
Fertigstellung: 2011

Alle Fotos © 24gramm Architektur Martin Weiß

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