Wälder für nachhaltige Städte

Wohnhausanlage Seefeld Wien © Bruno Klomfar

Wien ist eine Stadt mit hohem Waldanteil (18 Prozent) und zunehmend auch Wohnhäusern aus Holz. Im Bild: Wohnhausanlage Seefeld, 1220 Wien, Fertigstellung 2014

Häuser und Gebäude aus Holz bringen den Wald in die Stadt. Sie wirken als Kohlenstoffspeicher wie ein zweiter Wald und machen unsere Städte grüner.

"Wälder für nachhaltige Städte" lautet das Motto der Woche des Waldes von 11. bis 17. Juni 2018 in Österreich. Der gleiche Leitspruch galt auch schon für den Internationalen Tag des Waldes am 21. März 2018, ausgerufen von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Mehr Menschen denn je leben in Städten

Das Thema ist ein aktuelles, denn weltweit wachsen die Städte. Schon heute leben mehr Menschen denn je in Städten, bis zum Jahr 2050 werden voraussichtlich 6 Milliarden Menschen - das sind 70 Prozent der Weltbevölkerung - ihren Wohnsitz in Städten haben. Der Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Stadt der Zukunft muss ökologischen, gesunden und nachhaltigen Lebensraum bieten.
 

Holz ist schon im Wald ein Klimaschützer

Bäume entziehen der Atmosphäre beim Wachstum das Treibhausgas CO2. Der Kohlenstoff aus dem CO2 wird im Holz gespeichert. An die Umgebungsluft wird nur Sauerstoff, der durch chemische Reaktionen aus Wasser und CO2 entsteht, wieder abgegeben. Jeder Kubikmeter Holz bindet so rund 1 Tonne CO2

Verbautes Holz erzeugt urbane Wälder

Das im Holz gebundene CO2 bleibt der Atmosphäre erspart, solange das Holz stofflich genutzt wird. Die Klimaschutzwirkung hält an, auch wenn das Holz aus dem Wald geerntet und als Baustoff genutzt wird. Zum verlängerten Kohlenstoffspeicher kommen beim Bauen mit Holz noch weitere Faktoren hinzu, die das Klima entlasten. Erstens wachsen im Wald anstelle der fürs Bauen genutzten Bäume wieder neue Bäume nach und entziehen der Luft erneut CO2. Zweitens ersetzt der Baustoff Holz andere Materialien wie Beton, Stahl oder Ziegel, deren Herstellung CO2 verursachen würde.

Holz ist der Baustoff der Zukunft

Holz hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung vom traditionellen Baustoff zum Hightech-Material hingelegt. Technische Errungenschaften erlauben völlig neue Bauweisen. Es ist möglich geworden, mehrgeschossige Bauten komplett aus Holz zu errichten. Sogar Hochhäuser werden heute aus Holz gebaut. Holzbauten haben den Vorteil, dass sie sehr rasch und mit geringer Lärmbelastung aufgestellt werden können, dass sie ein angenehmes Wohnklima bieten und auch in Sachen Brandschutz mindestens so sicher wie alle anderen Bauten sind. Holz ist leicht bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit, dadurch eignet es sich auch in besonderem Maß für Aufstockungen - eine willkommene Art der Verdichtung in wachsenden Städten, in denen der Platz knapp wird.
 

Nachhaltig verfügbar

Nachhaltige Städte von morgen bauen daher auf Holz und entdecken zunehmend den nachwachsenden Baustoff aus dem Wald. Eine sorgsame Waldbewirtschaftung, wie sie in Österreich seit Jahrhunderten praktiziert wird, pflegt den Wald und erhält ihn für die nachfolgenden Generationen. Hierzulande - und dasselbe gilt im Grunde für alle europäischen Länder - wird nie mehr Holz geerntet als nachwächst. Waldbestände und Holzvorräte nehmen zu, der Rohstoff Holz ist nachhaltig verfügbar. In Österreich würde ein Drittel des jährlich nachwachsenden Holzes bereits genügen, um alle Hochbauten eines Jahres in Holz zu errichten.

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