Wälder nützen heisst Klima schützen

Wald Holz Klima © pixabay.com

Wälder bringen noch mehr für den Klimaschutz, wenn sie bewirtschaftet und genutzt werden.

Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sind aktiver Klimaschutz. Bei der 23. Weltklimakonferenz in Bonn verhandeln 197 Nationen Maßnahmen zum Eindämmen der Erderwärmung.

So viele Treibhausgase wie heute waren zuletzt vor 3 bis 5 Millionen Jahren in der Atmosphäre. Das meldet der jüngste Treibhausgas-Bericht der World Meteorological Organization (WMO). Gemeinsam mit dem Emissions Gap Report des UN-Umweltprogramms (UNEP) dient er als Grundlage für die 23. Weltklimakonferenz, die von 6. bis 17. November in Bonn tagt. Aus dem UNEP-Bericht geht hervor, was die Weltbevölkerung tun muss, um das Ziel des Weltklimavertrags zu erreichen - nämlich die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen.

Die Wälder sind Klimaschutzfaktor Nr. 1

Die Wälder spielen beim Klimaschutz eine entscheidende Rolle. Sie sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Etwa ein Drittel der globalen Landfläche sind Wälder. In ihnen steckt etwa die Hälfte des auf der Erde gebundenen Kohlenstoffs. Gerodete Waldflächen reduzieren den Kohlenstoffspeicher und belasten das Klima. Nachhaltig bewirtschaftete Wälder hingegen sind ein Gewinn für den Klimaschutz.

Nachhaltig bewirtschaftete Wälder bringen mehr für den Klimaschutz

Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, heißt, sie zu pflegen, zum richtigen Zeitpunkt Bäume zu ernten und an ihrer Stelle wieder neue Bäume anzupflanzen und aufzuforsten. Oberstes Prinzip dabei ist es, nie mehr Holz zu ernten als nachwächst. Österreichs Wälder sind seit Jahrhunderten das Produkt sorgsamer Pflege und Nutzung durch den Menschen. Das bringt auch entscheidende Vorteile im Klimaschutz. Denn ein unbewirtschafteter, sich selbst überlassener Wald verhält sich langfristig gesehen "nur" CO2-neutral: Alte Bäume verrotten und setzen Kohlenstoff frei, junge Bäume wachsen nach und speichern wieder Kohlenstoff. Ein bewirtschafteter Wald hingegen bringt eine echte CO2-Reduktion: Bäume werden geerntet, bevor sie verrotten und wieder CO2 freisetzen. Das schafft Raum und Licht für neue Bäume, die unter diesen Bedingungen schneller wachsen und der Atmosphäre wieder aktiv CO2 entziehen. Neuer Kohlenstoffspeicher entsteht, während sich der bisherige Speicher im entnommenen und genutzten Holz fortsetzt. Das genutzte und als Baumaterial eingesetzte Holz ersetzt andere Baustoffe, deren Herstellung CO2 verursacht. Wird es am Ende der Nutzungsdauer verbrannt, ersetzt Holz fossile Brennstoffe. So entsteht eine mehrfache CO2-Senkenleistung.

90 Jahre Waldbewirtschaftung gleichen Treibhausgasemissionen von 20 Jahren aus

Eine vom Bundesforschungszentrum für Wald, der Universität für Bodenkultur und dem Umweltbundesamt durchgeführte Studie hat sich mit den Auswirkungen von nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverwendung auf die Treibhausgasbilanz beschäftigt. Sie kommt zum Ergebnis, dass in 90 Jahren Waldbewirtschaftung und Holznutzung die gesamten Treibhausgasemissionen, die in Österreich in 20 Jahren entstehen, ausgeglichen werden. Betrachtet man hingegen den Wald allein - also ohne aktiver Bewirtschaftung und Nutzung - ergibt sich bei der Treibhausgasbilanz nahezu eine Null, also keine CO2-Einsparung.

Klimaschutzmaßnahme Bauen mit Holz

Wichtige Voraussetzung für die errechneten positiven Klimaschutzeffekte ist, dass die Holznutzung nicht über dem Zuwachs liegt. Wird der Holzbau in Österreich als Klimaschutzmaßnahme forciert, besteht keine Gefahr der Übernutzung der Wälder. Denn weniger als ein Drittel des jährlichen Holzzuwachses in Österreich würde bereits genügen, um damit alle Hochbauten eines Jahres in Holz zu errichten. Derzeit entfallen rund 22 Prozent des umbauten Volumens auf den Baustoff Holz.  Das entspricht rund 1,5 Millionen Kubikmeter Holz, die jährlich in Österreich verbaut werden. 1 Kubikmeter Holz bindet rund 1 Tonne CO2. Dazu kommen noch rund 1,8 Tonnen CO2-Ersparnis pro verbautem Kubikmeter Holz, die sich aus der Substitution anderer Baumaterialien ergeben. In Summe bringt die aktuelle Holzbauquote in Österreich somit bereits eine Reduktion von 3,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, das entspricht der durchschnittlichen Jahresemission von 2,2 Millionen Kraftfahrzeugen.

 

Weiterführende Links

WaldbewirtschaftungCO2Klimaschutz