Wie viel wird in Österreich mit Holz gebaut?

Holzbau in Österreich

Der Holzbau hat in den letzten 20 Jahren kontinuierlich Marktanteile gewonnen.

Holz zählt zu den Aufsteigern unter den Baustoffen. In den letzten 20 Jahren hat sich der Holzbauanteil nahezu verdoppelt. Bereits ein Viertel des gesamten Bauaufkommens bei Gebäuden wird aktuell in Holz errichtet.

Holz ist der bedeutendste Rohstoff, den Österreich hat. Und Holz als Baustoff verfügt über viele entscheidende Vorteile:

  • Holz ist eine erneuerbare Ressource, die im Wald immer wieder nachwächst.
  • Holz bindet CO2 und trägt damit schon während seiner "Herstellung" im Wald, aber auch über die gesamte Lebensdauer eines Holzhauses zum Klimaschutz bei.
  • Holz hat viele positive Materialeigenschaften: Es riecht gut und fühlt sich gut an, es verfügt über hohe Tragfähigkeit bei geringem Gewicht, es ist langlebig (bester Beweis dafür sind jahrhundertealte Pfahlbauten), es erlaubt dank neuer technischer Entwicklungen vielfältigste Formen der Gestaltung und es macht am Ende keinen Abfall, weil es wiederverwertet oder CO2-neutral verbrannt werden kann.

Kein Wunder also, dass der älteste Baustoff der Menschheit gerade eine Renaissance erlebt.

24 Prozent Holzbauanteil in Österreich

Laut einer Studie der Universität für Bodenkultur Wien hat sich der Holzbau in Bezug auf die gesamten errichteten Nutzflächen im Hochbau in Österreich zwischen 1998 und 2018 von 14 auf 24 Prozent gesteigert, das heißt rund ein Viertel des Bauaufkommens im Gebäudebereich ist aus Holz. Als Holzbauten werden dabei Gebäude verstanden, bei denen mehr als die Hälfte der tragenden Konstruktion aus Holz ist. 53 Prozent des Holzbaus sind Wohnbau (Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Zu- und Umbauten), 47 Prozent sind Öffentliche Bauten, Gewerbe- und Industriebauten oder landwirtschaftliche Zweckbauten.

Verdoppelung im Wohnbau

Im Bereich Wohnbau hat sich der Holzbauanteil mit einer Steigerung von 10 auf 23 Prozent zwischen 1998 bis 2018 mehr als verdoppelt. Der größte Teil der Holzbau-Vorhaben im Wohnbau sind Zu- und Umbauten (44 Prozent), gefolgt von Einfamilienhäusern (37 Prozent) und Mehrfamilienhäusern (19 Prozent).

Vom Einfamilienhaus zum mehrgeschossigen Bau

Die Entwicklung flächiger Holzbauprodukte (massive Holzplatten können wie Stahlbetonplatten eingesetzt werden) prädestiniert Holz nun auch für großvolumiges und mehrgeschossiges Bauen. War der Holzbauanteil bei Mehrfamilienhäusern (Reihenhäuser, Doppelhäuser, mehrgeschossige Wohnbauten) vor 20 Jahren mit gerade einmal 1 Prozent noch verschwindend gering, liegt er inzwischen schon bei 11 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung vollzieht sich bei Öffentlichen Bauten (Schulen, Kindergärten, Pflegeheime etc.): Hier konnte sogar eine Steigerung von 1 auf 19 Prozent erreicht werden. Im Bereich des großvolumigen Bauens hat der Holzbau sein stärkstes Wachstum und sind auch für die nächsten Jahre weitere Steigerungen zu erwarten.

Datenbasis zur Berechnung des Holzbauanteils

Das Forscherteam der Universität für Bodenkultur Wien unter der Führung von Prof. Alfred Teischinger machte für die Jahre 1998 bis 2017 zur Ermittlung des Holzbauanteils wiederholt stichprobenmäßige Erhebungen auf Basis der Baubewilligungsunterlagen in ausgewählten Städten und Gemeinden in Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, in Tirol und Wien. Bei der Auswahl der Städte und Gemeinden achtete man da­rauf, dass diese ein repräsentatives Sample für das jeweilige Bundesland ergeben. Aus den Stichprobenergebnissen konnten dann nach statistischen Methoden Gesamtergebnisse für die einzelnen Bundes­länder sowie für ganz Österreich errechnet werden. Die Daten für 2018 ergeben sich aus einer Trendprognose auf Basis der vorhandenen Datensätze.

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